Freitag, 16. August 2019

Größer und mehr!

Es wird Zeit, weiter zu reisen. Ich hatte vage überlegt, per Taxi nach Monywa (sprich: Moooi Wa) zu fahren, etwa dreieinhalb Stunden von Mandalay entfernt. Nachdem ich mich etwas umgehört habe, buche ich schließlich den vom Hotel empfohlenen Fahrer zu einem durchaus fairen Preis von 35 Euro. Der Mann entpuppt sich als echter Glücksgriff! Win San ist nicht nur ein absolut professioneller und sicherer Fahrer, er spricht auch gutes Englisch und weiß eine Menge zu erzählen und erklären. Besser geht es wirklich nicht.  Das klingt wie Werbung, ist aber angebracht. Wer mal einen Fahrer in der Region Mandalay braucht, bekommt gerne Kontaktdaten von mir.

Die Fahrt verläuft entsprechend kurzweilig. Unter anderem berichtet Win San von einer älteren Dame aus Australien, die er schon mehrfach zu entlegenen Dörfern gefahren hat, wo sie gespendete gebrauchte Lesebrillen an die Armen verteilt. Zum diesem Projekt gibt es auch einen Filmbeitrag, den ich mir auch gleich im Auto ansehen kann, gute Sache.

Auf dem Weg möchte ich die vor Monywa gelegenen Sehenswürdigkeiten anfahren. Das sind hier zwei Zeugnisse des Gigantismus, die man gesehen haben muss, wenn man schon in der Gegend ist. Als erstes besuchen wir Laykyum Setkyar, den zweitgrößten stehenden Buddha der Welt. 2008 fertig gestellt ragt er 129 Meter in den Himmel und ist im Inneren mit zig Stockwerken begehbar. Ich begnüge mich mit den ersten vier Stockwerken, die (natürlich) Tempel beinhalten, aber auch viele Informationen zur Entstehung, zum Bau und zum Buddhismus allgemein. Da heute Vollmond und damit Feiertag ist, besuchen allerlei einheimische Pilger die Satue.

Gigantische Buddhastatuen sind populär
Der zweithöchste der Welt
Ein sitzender Riesenbuddha ist noch im Bau

Umgeben werden sollte der Hügel mit dem stehenden Buddha von 1000 sitzenden, gleichförmigen Statuen, die zu ihm blicken sowie von 1000 neu gepflanzten Bodhibäumen. Inzwischen sind es wohl über 5000 Buddhas geworden, die den Hügel umgeben und die Bodhibäume wachsen langsam empor. 
 
Tausende Buddhas und Bhodibäume


Als nächstes fahren wir zur Thanboddhay Pagode, dem Tempel der 500.000 Buddhas. Außen und Innen ist dieser Tempel mit mittlerweile nach amtlicher Zählung rund 582.000, teils winzigen Buddhastatuen ausgeschmückt. Täglich werden es mehr, an Spendern herrscht wohl kein Mangel. Die beiden Bauwerke bezeugen: Quantität zählt, zumindest sind sie recht einzigartig.

Äußerlich eher unauffällig
... innen mit Buddhafiguren übersäht ...
... bis unter die Decke

Angekommen in Monywa nehmen wir noch ein spätes gemeinsames Mittagessen ein. Da zur Zeit nicht gerade viel Kundschaft wartet, engagiere ich Win San für die Weiterfahrt übermorgen nach Bagan. Das kommt mich zwar ein wenig teuerer, da er extra aus Mandalay anreisen muss, lohnt sich aber für uns beide, da bin ich mir sicher.

Lunch mit Win San

Im Hotel meiner Wahl stelle ich fest, dass mein Zimmer entgegen der Buchung nicht über einen Balkon verfügt. Ich reklamiere, allerdings wird hier wenig Englisch gesprochen, Monywa steht auf der touristischen Landkarte nicht gerade weit oben. Man bedeutet mir zu warten und Aktivität bricht aus. Erstaunt beobachte ich, dass die Matrazen der beiden Betten im mir zugewiesenen Zimmer entfernt werden, man schieb die Betten zusammen und schleppt eine große Doppelbettmatraze herbei ... Ähm, darum ging es mir nun nicht, offenbar ein Mißverständnis. Lost in translation... Schließlich wird eine weitere, sprachkundigere Mitarbeiterin herangezogen (mittlerweile kümmert sich glaube ich das gesamte Personal des Hauses um mich, was mir doch etwas unangenehm ist). Im Allgemeinen bin ich ein unkomplizierter Gast, auch wenn mir das hier am Ende niemand mehr glaubt. Wie auch immer, ich bekomme dann doch ein Balkonzimmer, das man mir wohl nicht zumuten wollte, weil zur Straße hin gelegen.

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