Viel erzählenswertes gibt es nun nicht mehr. Auch ohne Programm und weitere "Erlebnispunkte" vertrödeln wir gut den Tag. Es macht auch mal Spass, ohne Fotogepäck einfach zu Bummeln und die letzten Rupien unter's Volk zu bringen.
Morgen werden wir wohl sehr zeitig zum Flughafen aufbrechen. Die von den Maoisten anberaumten Großdemonstrationen zum ersten Mai werden voraussichtlich zu erheblichem Chaos führen.
Mehr für einige Leser gibt es dann in Wort und Bild daheim.
Freitag, 30. April 2010
Donnerstag, 29. April 2010
Nepal nebulös
Der Übernachtungsbetrieb "Sunny's Guesthouse" in Bhaktapur verdient wirklich lobende Worte. Sehr nett waren die da und ein rekordverdächtiges, sogar im Übernachtungspreis inklusive, wurde gereicht. Nach einer morgentlichen Runde durch Bhaktapur geht es aber auch schon weiter. Nagarkot heisst unser Ziel, ein winziges Kaff in rund 2000 Metern Höhe, auf einem Gipfel der ersten Bergkette Richtung Himalaya. Bis dahin sind es nur knapp 20 Kilometer. Aber eben auch etliche Höhenmeter, das Geschlängel den Berg hoch dauert daher fast eine Stunde.
Nagarkot ist als Ort gänzlich uninteressant. Hauptsächlich Hotels ziehen sich kilometerweit über den Bergrücken, ein richtiges Ortszentrum gibt es nicht. An der höchsten Stelle liegt unser Hotel, das "Viewpoint". Gen Norden eröffnet sich hier ein atemberaubender Blick in den Himalaya, vom Anapurna bis zum Everest ist in der Ferne das schneebedeckte Dach der Welt als Panorama zu sehen. So sagt man. Wir hatten leider weniger Glück und sahen nur eins: Wolken.
Auf unserem Balkon fühlten wir uns ein wenig wie auf einem Kreuzfahrtschiff mitten im Ozean, rundherum einfach nichts. Der Langeweilefaktor dürfte in etwa der selbe sein. Wir machen das beste draus, nutzen den "Tag auf See" zum Faulenzen, Lesen und derlei. Zwischendurch regnet es und wir müssen tatsächlich noch die Fleecejacken rauskramen. Die Bilder fehlen bewusst, weiß auf weiß langweilt schnell den Betrachter.
Als Folge wird der für zwei Nächte geplante Aufenthalt gekürzt und wir fahren zurück nach Kathmandu. Da wird zwar nichts besonderes mehr erwartet, aber die restlichen zwei Tage lassen sich auf jeden Fall gut zubringen. Regen und Gewitter haben uns zwar auch hier zwischenzeitlich eingeholt, das sollte aber nicht weiter stören.
Nagarkot ist als Ort gänzlich uninteressant. Hauptsächlich Hotels ziehen sich kilometerweit über den Bergrücken, ein richtiges Ortszentrum gibt es nicht. An der höchsten Stelle liegt unser Hotel, das "Viewpoint". Gen Norden eröffnet sich hier ein atemberaubender Blick in den Himalaya, vom Anapurna bis zum Everest ist in der Ferne das schneebedeckte Dach der Welt als Panorama zu sehen. So sagt man. Wir hatten leider weniger Glück und sahen nur eins: Wolken.
Auf unserem Balkon fühlten wir uns ein wenig wie auf einem Kreuzfahrtschiff mitten im Ozean, rundherum einfach nichts. Der Langeweilefaktor dürfte in etwa der selbe sein. Wir machen das beste draus, nutzen den "Tag auf See" zum Faulenzen, Lesen und derlei. Zwischendurch regnet es und wir müssen tatsächlich noch die Fleecejacken rauskramen. Die Bilder fehlen bewusst, weiß auf weiß langweilt schnell den Betrachter.
Als Folge wird der für zwei Nächte geplante Aufenthalt gekürzt und wir fahren zurück nach Kathmandu. Da wird zwar nichts besonderes mehr erwartet, aber die restlichen zwei Tage lassen sich auf jeden Fall gut zubringen. Regen und Gewitter haben uns zwar auch hier zwischenzeitlich eingeholt, das sollte aber nicht weiter stören.
Montag, 26. April 2010
Bhaktapur
Nach etlichen Tagen verlassen wir heute unsere "Basis" in Kathmandu, das Tibet Guesthouse. Wir steuern die dritte alte Königsstadt nach Kathmandu und Pathan an, das etwa 20 Kilometer entfernte Bhaktapur. Alle drei Städte gemeinsam sind als Kathmandu-Tal Weltkulturerbe der UNESCO. Unterwegs meint man das kaum, die Strecke gibt sich apokalyptisch. Staub, Dreck, Staub, Dreck, zäh wälzt sich der Verkehr durch eine schier endlose Baustelle (?).
Bhaktapur ist für uns Etappenziel auf dem Weg in die Berge, für eine Nacht schlagen wir hier unser Lager auf. Nachdem ein Fahrer mit akzeptablen Preisvorstellungen gefunden ist, steuern wir die uns empfohlene Herberge an. Diese liegt zentral in der Altstadt, daher muss der letzte Teil zu Fuss zurück gelegt werden und es ist ein Eintritt von stolzen 10 US$ zu berappen. Dafür erwartet und hier eine gepflegte, weitgehnd verkehrsfreie Altstadt, die vielleicht sehenswerteste im Kathmandu-Tal.
Bhaktapur ist für uns Etappenziel auf dem Weg in die Berge, für eine Nacht schlagen wir hier unser Lager auf. Nachdem ein Fahrer mit akzeptablen Preisvorstellungen gefunden ist, steuern wir die uns empfohlene Herberge an. Diese liegt zentral in der Altstadt, daher muss der letzte Teil zu Fuss zurück gelegt werden und es ist ein Eintritt von stolzen 10 US$ zu berappen. Dafür erwartet und hier eine gepflegte, weitgehnd verkehrsfreie Altstadt, die vielleicht sehenswerteste im Kathmandu-Tal.

Eine Runde des Nachmittags führt uns - wohin sonst - auf den nahe gelegenen Durbar-Square, zu etlichen Tempeln und in das Viertel der Töpfer. Überlaufen ist das hier alles nicht, dafür recht authentisch und gemächlich. Von der Terrasse unserer Unterkunft aus gibt es den Blick auf den fünfstöckigen Tempel nebenan inklusive Sonnenuntergang.
Doch, dass ist schon sehr nett hier und wäre sicher auch einen längeren Aufenthalt wert.
Doch, dass ist schon sehr nett hier und wäre sicher auch einen längeren Aufenthalt wert.
Dakshinkali
Verlässt man Kathmandu geht es ziemlich schnell bergan. So auch heute bei der etwa einstündigen Fahrt nach Dakshinkali. Dahinter verbirgt sich kein Dorf, sondern ein in einer Schlucht gelegener einsamer Kali-Tempel. Kali, dass ist die Göttin die insbesondere in Kalkutta verehrt wird und die etwas blutrünstiger daherkommt, gerne dargestellt mit einer Kette aus Köpfen.
In Dakshinkali angekommen fährt man zunächst eine holprige Strasse in den Wald, vorüber an jahrmarktähnlichen Ständen, die allesamt Pilger- und Opferbedarf feilbieten, sowas wie Blumenketten, Farbpulver, Kokosnüsse... und z. B. Hühner. Genauergesagt Hähne. Denn hier wird geopfert, und zwar aussschließlich männliche Tiere. In der Regel beschränkt sich das auf Federvieh oder, wenn jemand genug Geld mitbringt, vielleicht eine kleine Ziege. Seltener, nur zu bestimmten Festtagen, kommen auch größere Tiere unter's Messer. Auf Menschenopfer verzichtet man seit dem letzten Jahrhundert, heisst es.
Weiter geht es über Treppen in die Schlucht hinunter, vorüber an zahlreichen leprösen Bettlern. Lepra ist, soviel sei noch bemerkt, eine echte Scheißkrankheit. Der Bettler gibt es viele, unmöglich allen etwas zu geben, aber Leprakranke haben bei mir immer Aussicht auf einen kleinen Obulus. Weil sie eben nicht mehr viel anderes tun können, als auf milde Gaben hoffen. Das gilt nicht für die Kinder, Jugendlichen, den wohlgenährten Einarmigen und wer sonst noch alles die Hand aufhält. Betteln ist Not, aber Betteln ist auch reguläres Gewerbe, wie Postkarten verkaufen. Für die Beurteilung bliebt eine kurze Sekunde, ein kurzer Blick, dem Gerechtigkeit fern liegt. Relativ klar liegt die Sache nur dort, wo es kaum Touristen hin verschlägt, etwa hier in Dakshinkali. Da versammelt sich das echte Elend, den "Show-Bettler" haben von Einheimischen nichts Gutes zu erwarten.
Ich schweife ab, während dieses Exkurses ist der Fuss der Schlucht an einem kleinen Fluss erreicht. Und damit der überaschend kleine Kali-Tempel. Dort ist Betrieb, auch wenn der wichtigste Tag hier der Samstag ist, der einzige arbeitsfreie in Nepal. Aber auch heute morgen (ja, es ging wieder zeitig los) haben sich duzende Gläubige versammelt und drängen in das Heiligtum, halb unter freiem Himmel gelegen. Der Zugang zum eigentlichen Tempel ist Nicht-Hindus nicht gestattet, aber von außen darf man ungestört das Geschehen verfolgen. Blumen und Farben werden auf Statuen gestreut, Öllampen und Räucherstäbchen entzündet, an einer bestimmten Stelle Kokosnüsse zerdeppert. Ab und zu ist ein größeres Opfer fällig. Pilger übergeben einen Hahn dem Psiter, der mit sachkundiger Routine das Messer anlegt. Das Blut und der Kopf gehören Kali, hier in Form einer entsprechend besudelten Statue. Der Hahn wird anschließend mitgenommen und darf, da er ja für die gute Sache starb, als Abendessen genossen werden. Normalerweise essen Hindus kein Fleisch und schlachten auch nicht. Aber wenn sich so eine Gelegenheit bietet, sagt auch niemand nein.
Fotos habe ich noch nicht von der Kamera gezogen. Aber wie Hühner geschlachtet werden, kennt doch ohnehin jeder. Oder?
In Dakshinkali angekommen fährt man zunächst eine holprige Strasse in den Wald, vorüber an jahrmarktähnlichen Ständen, die allesamt Pilger- und Opferbedarf feilbieten, sowas wie Blumenketten, Farbpulver, Kokosnüsse... und z. B. Hühner. Genauergesagt Hähne. Denn hier wird geopfert, und zwar aussschließlich männliche Tiere. In der Regel beschränkt sich das auf Federvieh oder, wenn jemand genug Geld mitbringt, vielleicht eine kleine Ziege. Seltener, nur zu bestimmten Festtagen, kommen auch größere Tiere unter's Messer. Auf Menschenopfer verzichtet man seit dem letzten Jahrhundert, heisst es.
Weiter geht es über Treppen in die Schlucht hinunter, vorüber an zahlreichen leprösen Bettlern. Lepra ist, soviel sei noch bemerkt, eine echte Scheißkrankheit. Der Bettler gibt es viele, unmöglich allen etwas zu geben, aber Leprakranke haben bei mir immer Aussicht auf einen kleinen Obulus. Weil sie eben nicht mehr viel anderes tun können, als auf milde Gaben hoffen. Das gilt nicht für die Kinder, Jugendlichen, den wohlgenährten Einarmigen und wer sonst noch alles die Hand aufhält. Betteln ist Not, aber Betteln ist auch reguläres Gewerbe, wie Postkarten verkaufen. Für die Beurteilung bliebt eine kurze Sekunde, ein kurzer Blick, dem Gerechtigkeit fern liegt. Relativ klar liegt die Sache nur dort, wo es kaum Touristen hin verschlägt, etwa hier in Dakshinkali. Da versammelt sich das echte Elend, den "Show-Bettler" haben von Einheimischen nichts Gutes zu erwarten.
Ich schweife ab, während dieses Exkurses ist der Fuss der Schlucht an einem kleinen Fluss erreicht. Und damit der überaschend kleine Kali-Tempel. Dort ist Betrieb, auch wenn der wichtigste Tag hier der Samstag ist, der einzige arbeitsfreie in Nepal. Aber auch heute morgen (ja, es ging wieder zeitig los) haben sich duzende Gläubige versammelt und drängen in das Heiligtum, halb unter freiem Himmel gelegen. Der Zugang zum eigentlichen Tempel ist Nicht-Hindus nicht gestattet, aber von außen darf man ungestört das Geschehen verfolgen. Blumen und Farben werden auf Statuen gestreut, Öllampen und Räucherstäbchen entzündet, an einer bestimmten Stelle Kokosnüsse zerdeppert. Ab und zu ist ein größeres Opfer fällig. Pilger übergeben einen Hahn dem Psiter, der mit sachkundiger Routine das Messer anlegt. Das Blut und der Kopf gehören Kali, hier in Form einer entsprechend besudelten Statue. Der Hahn wird anschließend mitgenommen und darf, da er ja für die gute Sache starb, als Abendessen genossen werden. Normalerweise essen Hindus kein Fleisch und schlachten auch nicht. Aber wenn sich so eine Gelegenheit bietet, sagt auch niemand nein.
Fotos habe ich noch nicht von der Kamera gezogen. Aber wie Hühner geschlachtet werden, kennt doch ohnehin jeder. Oder?
Samstag, 24. April 2010
Bodnath und Pathan
Nepal ist wie der Norden Indiens Zufluchtstätte für zahlreiche tibetische Buddhisten. So ist Kathmandu nicht nur ein bedeutsamer Ort für die Hinduisten, sondern hat auch mit wichtigen buddhistischen Bauwerken aufzuwarten. Das bekannteste und großte ist die Stupa von Bodnath im Norden der Stadt.
Früh um halb sechs machen wir uns auf den Weg, um zum Sonnenaufgang dort einzutreffen. Der riesige Tempelbau steht mitten in einem Wohnviertel, das sich kreisartig um das Heiligtum schließt. Es herrscht schon einiger Betrieb. Tausende tibetischer Buddhisten umkreisen den Tempel, imme rim Uhrzeigersinn. Sieben Runden sind der Standard. Dabei werden Mantren gesprochen. Das bekannteste ist das "Om Mani Pendme Hum" [wikipedia: „Om, Juwelen-Lotus“; oft ungenau übersetzt als „O du Kleinod in der Lotosblüte“; bezieht sich auf das allumfassende Mitgefühl für alle Wesen], ein Mantra das sich auch auf den meisten Gebetsmühlen findet. Der Sockel des Tempels sowie alle Eingänge sind mit Gebetsmühlen versehen, jede Umdrehung entspricht einem Mantra. Wer also bei den Umrundungen des Baus nicht nur vor sich hin murmelt, sondern auch noch stetig die Mühlen kreisen lässt, kommt auf einige Tausend Mantren, die gutes Karma verheissen.
Früh um halb sechs machen wir uns auf den Weg, um zum Sonnenaufgang dort einzutreffen. Der riesige Tempelbau steht mitten in einem Wohnviertel, das sich kreisartig um das Heiligtum schließt. Es herrscht schon einiger Betrieb. Tausende tibetischer Buddhisten umkreisen den Tempel, imme rim Uhrzeigersinn. Sieben Runden sind der Standard. Dabei werden Mantren gesprochen. Das bekannteste ist das "Om Mani Pendme Hum" [wikipedia: „Om, Juwelen-Lotus“; oft ungenau übersetzt als „O du Kleinod in der Lotosblüte“; bezieht sich auf das allumfassende Mitgefühl für alle Wesen], ein Mantra das sich auch auf den meisten Gebetsmühlen findet. Der Sockel des Tempels sowie alle Eingänge sind mit Gebetsmühlen versehen, jede Umdrehung entspricht einem Mantra. Wer also bei den Umrundungen des Baus nicht nur vor sich hin murmelt, sondern auch noch stetig die Mühlen kreisen lässt, kommt auf einige Tausend Mantren, die gutes Karma verheissen.


Mit etwas Mühe finden wir ein Gebäude, dessen Dachterrasse zu besteigen ist, was einen besonders guten Blick ermöglicht. Die goldene Spitze der Stupa mit den Augen Buddhas, umgeben von den typischen bunten Gebetsfahnen, ist ein beeindruckender Anblick in der Morgensonne. Dazu das bunte Treiben, gemurmelte Mantren, Glocken, Weihrauch und klappernde Gebetsmühlen, all das sorgt für eine recht einzigartige spirituelle Atmosphäre. Viele Mönche sind unterwegs, im umliegenden Viertel gibt es zahlreiche Klöster. Die Anhänger des tibetischen Buddhismus tragen dunkelrote Roben, im Gegensatz zu den orangen Verwandten Südostasiens.
Später fahren wir in die südlich von Kathmandu gelegene alte Königsstadt Pathan (Lalitpur). Heute ist es im Grunde ein Stadtviertel von Kathmandu, alles geht nahtlos ineinander über. Nur der übel riechende kleine Fluss Bagmati trennt die beiden Städte.
Patan hat ebenfalls einen Durbar Square in der Altstadt, der aber imposanter und weit besser gepflegt daher kommt als der in Kathmandu. Die zahlreichen Tempel erfreuen mit filigranem Schnitzwerk und störender Verkehr ist hier zum Glück weitgehend außen vor.
Pashupatinath
Heute stand zunächst ein Verwandtenbesuch auf dem Programm. Wir besuchten die Familie einer Nepalesin, die wir aus der Heimat kennen, um allerlei Grüße und Geschenke dort vorbei zu bringen. Das ermöglichte einen kleinen Einblick in das ganz normale Durchschnittsleben einer Familie in Kathmandu. In dem recht eindrucksvollen Haus werden wir zunächst auf die Dachterrasse geführt und später, der Kühle halber, in die "gute Stube". Wie schon so oft in fernen Ländern konnte ich auch hier wieder die Geschmacksverirrungen guter Stuben beobachten, anderenorts neigt man eben zum Kitsch. Die Sitzmöbel sind mit blumenverzierten Überwürfen ausgestattet, auf dem Ventilator ist das Häkeldeckchen drapiert und ein Strauß Plastikblumen rundet das ansonsten leere Zimmer ab. Ansprechend sind allerdings die in Mint gehaltenen Innenwände.

Herzlich werden wir empfangen und bei Pepsi und Keksen tauschen wir allerlei Antworten auf gegenseitige Neugierde aus. Wie üblich sind Verwandtenbesuche schonmal etwas steif, wir wollen auch die Gastfreundschaft nicht über strapazieren. So bleibt der Vormittag für alle eine gute Erinnerung.
Weiter geht es nach Pashupatinath. Dahinter verbirgt sich das bedeutendste hinduistische Heiligtum Kathmandus. Als Wallfahrtsort genießt Pathupatinath einen ähnlichen Rang wie Varanasi oder Haridwar. Komprimiert finden wir hier unzählige kleine und große Tempel. Mittendurch fließt der Bagmati, ein Rinnsal das man kaum als Fluss bezeichnen mag. An dessen Ufern finden hier mittendrin, noch öffentlicher als in Varanasi, die Totenverbrennungen statt. Das mag pietätlos erscheinen, ist hier aber einfach Teil des Lebens und die Verbrennung in Pashupatinath verspricht höchste Weihen.

Teile der Anlage sind nur für Hindus zugänglich. Anderenorts sind auch hier etliche Sadhus anzutreffen. Neben den hauptamlichen Fotomotiven gibt es hier auch "echte" heilige Männer. Etwa Hanuman Babba, der Legende nach 103 Jahre alt und einer der hochverehrtesten.
Nach so viel heiligem Treiben muss zunächst eine Siesta eingelegt werden. Nepal war schließlich als der erholsame Teil der Reise geplant und so soll es auch sein. Zum Bummeln, Shoppen, Essen und was man sonst so vor hat bietet Thamel fußläufig dann auch genug.
Kathmandu - Durbar Square
Gestern (23.04.) sahen wir uns in Kathmandu den zentralen Durbar Square an. Jede der alten Königsstädte hier verfügt über einen Durbar Square, eine königlichen Platz, der eine Mischung aus Markt, Palast und Tempelbauten ist. Selbiger Platz in Kathmandu ist leider zu Teilen mittlerweile Parkplatz und die zahlreichen Tempelbauten weisen erheblichen Verfall auf. In seiner Gesamtheit aber ist es dennoch eine imposante Erscheinung. Die vielen Tempel im nepalesischen Stil, aus Ziegeln und mit reichlich Holzschnitzerei, hätten behutsame Restaurierung verdient.

Die religiöse Bedeutung des Platzes scheint heute eher in den Hintergrund gerückt zu sein, es ist mehr ein Marktplatz und Treffpunkt. Für Touristen wird Eintritt fällig und wir besorgen uns gegen Passbild erstmal ein Dauervisum, um den Platz auch in den nächsten Tagen noch betreten zu können. Die Bezeichnung Platz ist sowieso irreführend, es handelt sich eher um ein kleines Stadtviertel, wo man auch zwangsläufig mal durch muss.

Vor einem der Tempel dienen zwei besonders herausgeputzte "Scheinheilige", mehr Paradiesvögel als Heilige, als Fotomotiv. Gegen Gage, versteht sich, aber wer sich so viel Mühe mit dem Schminken gibt, soll auch einen Obulus erhalten.
In den Gassen rund um den Platz tobt das Leben, Altstadt wie man es sich vorstellt. Wir finden einen kleinen Friseurladen, wo Rasur und Kopfmassage mit allerlei kühlenden Gels das Wohlbefinden steigern.
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